Revolution: Webtypografie moeglich durch Webfonts von FontShop
03.03.2010 21:18
FontShop bietet ab Montag Webfonts an, die die Typografie im Internet revolutionieren könnten. Bislang waren Webdesigner daran gebunden auf eine der langweiligen, schlecht laufenden und noch schlechter ausgeglichenden Systemschriften zurückzugreifen, die von allen Internetnutzern, auf deren Monitoren dargestellt werden konnten. Zu diesen Systemschriften zählten vor allem Schriften wie Arial, Times New Roman, Courier, Comic Sans, Trebuchet, Georgia, Impact oder Tahoma. Klar, dass mit diesen Fonts keine schöne Typografie erreicht werden kann und die CI-Vorgaben eines Unternehmens auf der Unternehmenswebsite nicht wirklich umgesetzt werden können. Daher bringt FontShop nun die FontFont Web-Pakate heraus, unter denen auch ein paar gängige Hausfonts vertreten sind.
Somit können nun auch unter anderem Fonts wie Celeste, Dax, DIN, Kievit, oder Meta im Internet dargestellt werden. Zunächst einmal hält FontShop 40 dieser Webschriften auf den Markt bereit. Es sollen allerdings noch einige andere folgen. Der Preis für einen Schriftschnitt liegt bei 40 Euro und kann bei FontShop ab Montag erworben werden, was um einiges günstiger ist als die Printversion dieser Schriften. Dafür sind die Fonts allerdings auch nicht für den Printgebrauch geeignet, denn sie werden in den Formaten woff (Web Open Font Format) und eot (Embedded OpenType) geliefert und sind speziell für den ausgeglichen worden. Diese Font-Dateien können auf dem Webserver gespeichert werden und werden dann über CSS in die Webseiten eingebunden. Dies geschiet über @font-face. Für die Entwickler unter uns gibt es dazu eine Lektüre im Fontblog. Die Technik, die hinter dem Ganzen steht, ist folgende: Der Webfont liegt auf dem Webserver der Website. Dieser übergibt den Font dann an den Browser des Websitebesuchers, der so die Schrift dargestellt bekommt. So ist es erstmals möglich, dass wirklich jeder Besucher, die selbe Typo dargestellt bekommt. Die Texte, die mit diesen Fonts dargestellt werden sind trotzdem noch skalierbar, indexierbar und kopierbar, was bei aktuellen Techniken nicht immer der Fall ist.
Die FontFonts könnten also wirklich eine Innovation für das Webdesign bedeuten. Ich bin gespannt, ob man diese Fonts wirklich so leicht einbinden kann, wie beschrieben. Selbst ausprobiert habe ich es bisher nämlich noch nicht. Ich greife nämlich derzeit zum Beispiel bei dieser Website auf die bisher gängigen Replace-Methoden a la Cufon und sIFR zurück. Nachteil hierbei ist allerdings, dass obwohl die dargestellten Texte von Suchmaschinen indexierbar sind, sie zum Teil nicht skalierbar bzw. kopierbar sind. Das trifft zumindest auf Cufon zu. Ich bin also auf die ersten Webseiten gespannt, die mit der neuen Methode arbeiten und ob die Darstellung wirklich auf allen Geräten und mit allen Browsern so einfach funktioniert. Auf kurze Sicht dürften sie allerdings nicht die Systemschriften aus dem Web verdrängen. Das wird alleine schon aus dem Grund der Lizenzgebühr nicht geschehen. Ich denke trotzdem, dass so manch ein Webdesigner ab demnächst auf die Internetschriften von FontShop zurückgreifen wird.
(Foto: Flickr – FontFont)
geschrieben von Malte Pyko unter Design & Typografie, Webdesign
Tags: Fonts, Schriften
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